These tears are going nowhere, baby!

Dear Miss Misery,

[...und manchmal ist es deshalb schwer, in Worte zu fassen, was man denkt...]

[...erinnerst du dich an das alte Ehepaar, das gegenüber gewohnt hat? Die alte Frau ist in der Nacht von Freitag zu Samstag gestorben. Er wusste wohl die ganze Zeit, dass sie nicht wieder gesund wird. Nur konnte er sich das nie eingestehen. Sie war schon krank, bevor wir... ]

[...trotzdem habe ich ihn besucht. Er sieht schlecht aus und er ringt mit sich... Denn er weiß, dass sie gelitten hat, aber er kann (und will?) sich noch nicht damit abfinden, dass sie jetzt nicht mehr da ist. Er versinkt im Selbstmitleid, weiß jedoch gleichzeitig in seinem Innersten, dass es am Ende für beide unerträglich war und ein Teil von ihm ist erleichtert...]

[...niemand könnte ihm da helfen. Alle gut gemeinten Worte, deren Wert nur darin besteht, dass sie gut gemeint sind, haben keine Bedeutung für ihn, das sagte er mir noch. "Wie willst du helfen, wenn du nichts ändern kannst?" Ich denke, die Zeit wird...]

XO, [--]

Das ist er also, mein erster Eintrag. Dieses Wochenende ist einiges passiert. Ich bin nicht glücklich damit, aber ich denke, dass damit eine Last von meinen Schultern genommen wurde. (Auch wenn ich die Last bereitwillig getragen habe.)

Ich habe in der letzten Zeit viel gelernt. Über mich selbst, über andere Menschen. Und doch (oder gerade deshalb?) merke ich immer deutlicher, dass ich die wichtigen Sachen nicht weiß und es ist fraglich, ob ich manches davon überhaupt wissen kann. Irgendwie verstörte es mich bisher, wenn ich etwas nicht einschätzen konnte. Jetzt ist mir klar geworden, dass es einfach so ist und man damit zurechtkommen muss. Gerade das macht das Leben eigentlich interessant.

"Education is an admirable thing, but it is well to remember from time to time that nothing that is worth knowing can be taught." Oscar Wilde

nn

18.11.07 00:00


The blood is life... and it shall be mine.

Dear Miss Misery,

[…als die Dunkelheit hereinbrach, wurde mir wieder bewusst, wie sehr ich die Sonne genossen habe. Ich mag die Nacht nicht, es ist kälter und die Zeit fließt träge dahin. Nachts bin ich einsam, habe nur eine Uhr als übellaunigen Freund…]

[...gibt es nicht Tage, die so heiß sind, dass man die kühlende Nacht herbeisehnt? Allein, er wird das nicht wissen, denn bis jetzt war seine Zeit im wärmenden Licht kurz – eher eine schwache Ahnung von der Schönheit des Mittagshimmels, die das Verlangen nur steigern konnte…]

[…wenn der dunkle Nachthimmel in zarte Farben zerfließt und die ersten Sonnenstrahlen meine Haut erwärmen, bin ich glücklich.) Dennoch gibt es viele Tage, an denen sich schwarze Wolken auftürmen und man auf die ersten dicken Regentropfen wartet – bis plötzlich die Sonne durch die Wolken bricht. Genau dies lässt mich für ihn hoffen...]

XO, [--]

Das ist er also, mein zweiter Eintrag.

Nachdem Unmassen von Blut durch meine Hände gegangen sind, könnte man mich wohl (fälschlicherweise) als erfahren im Umgang damit bezeichnen.

Es stimmt, an meinen Händen klebt Blut, oder würde es zumindest tun, wenn ich mich nicht reingewaschen hätte. Ich mag Blut. Ich hab mich mit blutbesudelten Händen im Spiegel gesehen und der Anblick war ziemlich cool. (Der, von dem das Blut stammte, hat mich dabei aus halb geschlossenen Augen beobachtet, aber ich denke, er hat es mir nicht angesehen, dass ich die Wirkung genossen habe.)

„Blutrot“ ist eine wunderschöne Farbe. Es ist dem Weinrot ähnlich, aber man spürt förmlich das Leben, wenn man Blut betrachtet. Das ist ein gewaltiger Unterschied zu fast allen Farben. (Blattgrün, durch das die Sonne scheint, hat auf mich eine ähnliche Wirkung. Es ist jedoch unpersönlicher - schließlich bin ich kein Baum. Bei Weinrot hingegen habe ich den samtigen Geschmack eines Portweins auf der Zunge - im Vergleich geradezu langweilig.)

Deswegen ist es wohl so schockierend, vergossenes Blut zu erblicken. Ich musste glücklicherweise noch nie eine größere Lache meines eigenen Blutes sehen, aber ich habe schon in einigen großen Blutlachen gestanden. (Übrigens: ob Blut oder Wasser spritzt… das ist ein gewaltiger Unterschied. Man merkt erst mal, was Spritzen eigentlich heißt, wenn man die unzähligen kleinen Blutströpfchen bemerkt, die sich über den Boden verteilen. Blut gerinnt zu allem Überfluss auch noch, was es noch schwieriger macht, seine Spuren zu beseitigen.)

Vor einigen Tagen habe ich mich mit einem Messer gestochen. (Ja, richtig gelesen. Das Messer ist total unscharf und ich hab es ohne Bedenken zusammen mit einem Haufen anderen Bestecks in die Hand genommen – ich hatte übersehen, dass es eine verdammt spitze Spitze hat – schon quoll das Blut in ansehnlichen Massen. *g*)

Den Daumen habe ich, als das Blut auf den Boden tropfte, in den Mund gesteckt. - Blut schmeckt toll!

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich mich vielleicht momentan ein bisschen einseitig ernähre (Student) und es mir an Eisen mangelt oder ob ich zu viel Dracula gelesen habe, aber der Geschmack war herrlich. Dieses Wort „Geschmacksexplosion“ – jetzt weiß ich, was gemeint ist. Fraglich ist es, ob es mir noch schmeckt, wenn ich nicht nur einen kleinen Tropfen koste und ich will das auch gar nicht herausfinden…

nn

19.11.07 00:00


Some things, they just change invisibly...

Dear Miss Misery,

[...ich schleiche mich durch den Tag - mit ein bisschen Hilfe von Johnny Walker Red. Ich schütte den Giftregen meine Kehle hinunter, um auf schlechte Gedanken zu kommen. Zwei Eintrittskarten, zerissen und eine Menge nichts zu tun...]

[... ein Mann im Park hat in meiner Hand gelesen. Er sagte, ich wäre stark, er irre sich nie - und irrte, und ich sagte, "Du meinst dich."]

[...Pläne für uns beide, raus aus der Stadt - zu einem Ort, den ich in einer Zeitschrift gesehen habe (die du herumliegen ließest). Du bist nicht hier bei mir, aber ich halte mich gut...]

[... ich weiß, du würdest mich lieber verschwinden sehen, als zu erkennen, wie ich wirklich bin. Aber ich bin nunmal hier...]

[...im Raum gegenüber wirft der Fernseher blaue Flächen an die Wand. Es läuft eine Komödie über Fehler. Darum, abzustürzen, verstehst du? Es ist einfach sich im Vergessen zu verlieren und ich versuche es, aber du kennst mich, ich komme zurück, wenn du es möchtest...]

Do you miss me miss misery
Like you say you do?

XO, [--]

 

Das ist er also, mein dritter Eintrag. Der Tag an der Uni war heute seltsam. Nachdem ich ein paar Wochen in Dresden war, war ich etwas enttäuscht. Die Frauen hier waren doch nicht so hübsch, wie es die beiden vermuten ließen, die ich bei der WG-suche kennengelernt hatte.

Die berühmte 11 auf der 10er Skala konnte man hier nicht vergeben (Wenn man von den bereits erwähnten Wg-Mädels absieht).

Heute war das alles anders. Alle weiblichen Wesen sahen ein Stück interessanter aus als noch vor einer Woche. Warum das so ist? Ich weiß es, aber es gehört nicht hierher.

Ich saß im Hörsaal und entdeckte immer wieder eine interessante Silhouette, lockige Haare oder ein schönes Augenpaar. Das Studium fängt an, richtig Spaß zu machen.

nn

20.11.07 00:00


What you don't have you don't need it now...

Dies Ater

"Langsam öffne ich die Augen. Es ist warm. Dein Atem streichelt meinen Nacken.
Es dämmert, draußen singen die ersten Vögel. Ich hasse sie für dieses ständige Erinnern. Ich würde ewig hier liegen.

Ich drehe mich um, langsam. Du seufzst und rückst eng an mich.
Deine Hand krallt sich in meine Brust,
dann liegt sie still, Du atmest regelmäßig.

Eine Strähne Deines Haares berührt jetzt mein Gesicht, kitzelt.
Ich streiche sie beiseite,
lege meine Hand auf Deine. Du lächelst...

...und seufzst einen Namen. Ich schiebe dich weg von mir, stehe auf. Es ist kalt.

Ich gehe nach draußen.
Die Vögel singen, die Sonne geht auf, es beginnt ein glanzloser Tag."

Das ist er also, mein vierter Eintrag (Ja, ich halte das mindestens bis zu "Fünfundzwanzigster Eintrag" durch! :D )

Ich habe den Tag heute mit Zitaten, Aufräumen und Lesen verbracht. Dann habe ich noch einige Gespräche geführt - u.a. ein schreckliches, ein frustrierendes, eins war unterhaltsam, eins war dabei, dass mich mit etwas Geringschätzung erfüllte und eins, dass den Tag heute geprägt hat.

Mit Menschen zu reden ist manchmal ein Abenteuer. Im Streit werden die Worte dann zu Waffen und man klopft die Argumentation des Gegners nach Schwächen ab.

Worte sind einfach zu handhaben und schnell ausgesprochen. So schnell, das ich manchmal nicht überlegt habe, ob ich wirklich das denke, was ich sage.
Vielleicht passiert es deshalb so leicht, dass ich manchmal Sätze ausspreche, die ich sofort bereue.

Kurz bevor mir das passiert, bemerke ich, dass das, was ich gedenke auszusprechen, ein besonders scharf geschliffenes Schwert ist. (Ich diskutiere gern und führe überzeugende Argumente instinktiv ins Feld. Ein Streit ist aber mehr als eine Diskussion. Es sind Gefühle im Spiel - und dass ich das nicht immer beachte, ist mein Problem.) Aber ich irre mich. Das Schwert ist nicht scharf geschliffen, es ist stumpf. Es entfaltet seine Wirkung deshalb, weil es auf eine ungeschützte Stelle zielt.

Was folgt: Schweigen. Und ein Mensch, der realisiert, was für ein Idiot er doch ist.

Ich bin den Menschen unendlich dankbar, die mir verzeihen, dass ich so blind bin.

nn

21.11.07 00:00


I can't prepare for death any more than I already have

Letzte Worte

"Jetzt kommt das Geheimnis." Henry Ward Beecher - 8. März 1887

"Hinaus! Letzte Worte sind für Narren, die noch nicht genug gesagt haben." Karl Marx - 14. März 1883

"Money can't buy life." Bob Marley- 11. Mai 1981

"Ach, was schießt Ihr schlecht!" Andreas Hofer, Tiroler Freiheitskämpfer: - Mantua 20. Oktober 1810 vor dem Erschießungskommando

"Mein Herr, ich bitte Sie um Verzeihung, ich tat es nicht mit Absicht." Marie Antoinette - 16. Oktober 1793, zu ihrem Henker, den sie auf den Fuß getreten hatte

"Gib, dass ich meine Johanna wiedersehe." Otto von Bismarck - 30. Juli 1898, seine Frau Johanna starb vier Jahre vor ihm

"Der Geschmack des Todes ist auf meiner Zunge, ich fühle etwas, das nicht von dieser Welt ist." Wolfgang Amadeus Mozart - 5. Dezember 1791

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"Ein Mann, der etwas auf sich hält, sollte seine letzten Worte beizeiten auf einen Zettel schreiben und dazu die Meinung seiner Freunde einholen. Er sollte sich damit keinesfalls erst in seiner letzten Stunde befassen und darauf vertrauen, dass eine geistvolle Eingebung ihn just dann in die Lage versetzt, etwas Brillantes von sich zu geben und mit Größe in die Ewigkeit einzugehen."
- Mark Twain

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Das ist er also, mein fünfter Eintrag. Der Mond steht heute über Dresden. Zunehmend, bald ist Vollmond.

Ich fühle mich gut und ich ahne, dass es mir bald noch besser gehen wird. Mein Herz ist leicht und mein Verstand beginnt sich seiner eigentlichen Funktion zu erinnern. Er hat zu lang faul auf dem Sofa gelegen. *g*

Ich war heute im Kino. "American Gangsters". Russel Crowe hat sehr gut gespielt, Denzel Washington gut. Aber die deutsche Synchro ist zum Kotzen, ich glaub, ich zieh schon allein deshalb in ein englischsprachiges Land, damit ich Filme nicht mehr synchronisiert ertragen muss. -.-

Hab mir heute in eine freien Minute Bilder aus Irland und Schottland angeschaut. Wie gern würde ich mal dorthin reisen. Aber vielleicht wirds ja nächstes Jahr was, wenn die USA-Pläne der Jungs nicht klappen. (Wehe, sie klappen! :D )

Google war hier in Dresden auf einer Veranstaltung. Leider nur für höhere Semester. Wäre mal interessant, da in einem späteren Semester mal vorbeizuschauen - wenn es wieder stattfinden sollte. Hauptsitz Europa ist ja auch in Irland! *g*

nn

 

 

22.11.07 00:00


See you later, if I see you at all...

"Seit einiger Zeit liefst du hinter dir. Jetzt holst du dich ein.

Ein kurzer Blick, du lächelst schief. Aus deinen Augen spricht das Mitleid. "Danke auch." Dir ist wieder bewusst, was passiert ist.

Der Hemdkragen wird eng, du schaust auf den Boden. Dort liegt ein Knopf. Er ist abgerissen, dein Kragen steht jetzt offen. Du hebst den Knopf auf, er liegt schwer in deiner Hand. Ein Schulterzucken, dann rennst du weiter, bald wirst du verschwunden sein. Jetzt bleibst du also zurück. Und befühlst deinen Kragen. Dort ist der Knopf.

Du drehst dich um. Ganz hinten steht sie. Blonde Haare wehen dort im Wind. Es beginnt zu regnen. Ein Regen aus roten Blättern.
"Danke...", flüsterst du. Dann läufst du los, musst dein Leben einholen."

 

Das ist er also, mein sechster Eintrag. Ich war heute mit Basti bei PAUL Consultants. Und das dämliche .pdf ist immer noch nicht fertig! Ich hab so nen Hals! -.-

Morgen und am WE werde ich mich erstmal mit Elektrotechnik und Mechanik auseinandersetzen. (So ist der Plan: Ich gedenke sie mit einer riesigen Zangenbewegung zu umfassen und dann mir einzutrichtern! :D) Lest am Sonntag, wie die Schlacht ausging. Wetten werden angenommen. (Quote für eine Niederlage meinerseits: 1:1,00000000001.) Also wettet, es könnte sich lohnen.

Heute scheint wieder der Mond durch die Wolken. Hätte gern mal den Kometen gesehen, der sich gerade so gewaltig aufplustert. Aber der Mond ist auch genug. Gibt eigentlich nichts alltägliches, dass ich schöner finde. Ich bin dankbar, dass er so regelmäßig zu sehen ist. =)

Heute hat jemand Geburtstag, der mir sehr wichtig ist. - Meine Gedanken sind heute bei Dir. Es tut mir leid, dass ich nicht dabei sein kann.

nn

23.11.07 00:00


Who's still around - the morning after?

[Alle restlichen Karten in Deiner Hand... Er hat sie nie gesehen und meint doch, sie wären nichts mehr wert. "Waren nie etwas wert." Du kannst, du willst es nicht glauben, aber zwischen euch addieren sie sich zu Nichts.

Er sollte nicht anfangen mit dir zu spielen, jetzt, da das Spiel vorbei ist. Er will dich in Versuchung führen. Hast du ihn hinter dich gebracht? Du kommst damit klar!?

Du könntest ihn glücklich machen, bei allem, was er tut - gerade jetzt. All seine geheimen Wünsche könnten in Erfüllung gehen.

Doch bleib bei mir. Ich lege meine unheilvollen Arme um dich - für immer. Und niemand wird uns zum Narren halten - niemals!

"Ich bin so froh, dass ich dich getroffen habe."]

Das ist er also, mein achter Eintrag. Falls sich jemand wundert, wo der siebte Eintrag geblieben ist: Er stand ein paar Tage online, aber sein Inhalt hätte jemanden verletzen können, deswegen habe ich ihn deaktiviert. Auch wenn die Person ihn vermutlich noch nicht gelesen hatte.

Die Schlacht gegen ET und Mechanik habe ich übrigens mehr oder weniger verloren. Aber immerhin habe ich genug gelernt, um den Gegner besser einschätzen zu können - und er ist schwächer als er aussieht. :-D

Seid also wieder dabei, wenn es das nächste Mal heißt: JAN vs. Ms. Megavolt und Mr. (Dreh-)Moment!! Spannung ist garantiert. (Zumindest für alle, die ihre Zeit normalerweise mit dem Anstarren von Wänden verbringen.)

Ich war einkaufen, hab Wäsche gewaschen, den Winter verflucht und Rum-Cola ganz allein getrunken! Armselig, was? Ich hoffe, mein nächster Samstag wird etwas sinnvoller.

nn

 

25.11.07 00:00


 
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