Have you come to raise the dead?

In einem einzigen Moment kann sich dein ganzes Leben ins Gegenteil verkehren…

Ich stehe dort für eine Minute, starre auf den Boden. Ein bisschen wage ich es nach oben zu schauen, doch dann senke ich den Blick sofort wieder.
Die Wörter wollen mir nicht über die Lippen, sie sind von ihrem perfekten „Es tut mir so leid.“ – Stirnrunzeln gelähmt.

„Bitte lass mich dir zeigen, das es anders geht. Dass es funktionieren kann. Ich kann mich ändern, ich kann erwachsen werden oder wir könnten uns arrangieren.
Das seltsame zwischen uns ist, dass wir einander immer vertrauen, oder? Wir könnten auch eine offene Beziehung führen, wenn es sein muss.“

Ich sehe sie an – sie schaut zurück, aber ihre Augen sind ohne Glanz, als würde sie durch mich hindurch starren. Dann schließen sich ihre Lider - für eine Ewigkeit, so erscheint es mir. Als sie sich wieder öffnen, schaut sie auf ihre Füße.
Dann bewege ich meine Hand nach oben. Sie zittert, mein Leben zerbricht vor meinen Augen. Ich berühre ihre Wange und ihr entrinnt ein Seufzen.

„Ich kann mir kein Leben ohne dich und mich vorstellen. Sicher, da gibt es Sachen, die ich nicht tun kann, Dinge die ich nicht sehen kann. Es war uns klar, dass es nicht einfach werden würde. Ich bitte dich!“

Sie legt ihre Hand dorthin, wo meine ruht. Schlingt ihre Finger um meine, mit der Weichheit, durch die sie gesegnet ist. Sie zieht meine Finger einzeln weg, schaut mich an. Dann schiebt sie meine Hand von sich - hin zu meiner Brust.
Und ich stehe bloß dort, bringe kein Wort heraus, denn alles ist einfach weg. Ich habe nichts mehr, absolut nichts.
Ich versuche sie zu mir zu ziehen, einfach aus purer Sehnsucht. Ich lege meine Arme um sie, versuche zu ändern, was sie gesagt hat. Senke meinen Kopf auf gleiche Höhe, vielleicht geht sie darauf ein. Ich schaue in ihre Augen, damit sie zuhört.

„Ich werde jetzt nicht einfach gehen. Du hast gesagt, dass es für immer ist. Das war dein Versprechen. Jetzt lässt du alles einfach fallen. Vielleicht irrst du dich.“

Sie zieht sich zurück, meine Arme liegen jetzt um ihre Taille. Sanft stößt sie mich weg, dann sieht sie mir in die Augen.
Irgendwann dreht sie sich um. Sie macht einen Schritt, schaut zurück, dann geht sie.

„Ich weiß, in der Vergangenheit war es schwer, das zuzugeben. Ich hab dir von allen Dingen erzählt, aber Sachen ausgelassen. Und je mehr ich nun mit dir rede, desto weniger willst du zuhören.“

„Mach dir nichts daraus. Ich weiß, es ist schwer, das zu verkraften, aber sie hat sich entschieden. Es gibt noch andere Frauen – auch Frauen wie sie. Kopf hoch, ich weiß, du willst ihr zeigen, wie sehr sie dir weh tut, aber du musst jetzt loslassen und gehen. Es ist vorbei.“

Die Weihnachtstage sind seit zwei Stunden vorbei. Nur noch Silvester und dann kann es endlich beginnen, das Jahr, in dem sich so vieles ändern soll. Aber was wird sich schon ändern? Mir sagte am 25.12. um 3.xx Uhr jemand, dass ich ja viel mehr Selbstbewusstsein hätte, als noch zu meiner Schulzeit. Habe ich das? Ich glaube nicht.

Ich bin "es" leid. Und was "es" ist, darüber könnte ich so viel schreiben. Menschen machen mir Komplimente und stochern damit unbeabsichtigt in einer Wunde. Denn wenn es alles so toll sein müsste, warum ist es dann nicht so? Wenn ich so gut aussehe, so selbstbewusst wirke, warum wirke ich ausgerechnet dann nicht so, wenn es mir so unendlich viel bedeutet? Warum klappt es nie, wenn es unbedingt klappen soll? Und warum kann ich nicht mit dem interessantesten Menschen zusammen sein, den ich je getroffen habe? Warum?

Vielleicht, weil es irgendwo einen noch viel interessanteren Menschen gibt, der auf mich wartet. Aber in diesem Strom von Menschen, mit Mäandern und Stromschnellen, mit Wirbeln und Strudeln der zufälligen Begegnungen... Wie soll ich da diese Person finden? Ich habe so viele Menschen getroffen, die in diesem Fluß nicht richtig schwimmen können, die am Untergehen sind. Und ich würde gerne jedes Mal in meiner Suche innehalten, um ihnen zu helfen. Vielleicht sollte ich dankbar dafür sein, dass ich gut genug schwimmen kann, um einen Ertrinkenden ans Ufer zu bringen.

nn

27.12.07 00:00
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


americangirl / Website (27.12.07 10:48)
herzbluten...


Rabenflug / Website (27.12.07 15:45)
offene beziehung?


nn / Website (27.12.07 15:52)
Worauf man nicht alles kommt, wenn man verzweifelt ist...
Aber es ist nur eine Geschichte, mir wäre im echten Leben der offene Beziehungsteil nie in den Sinn gekommen. Dazu bin ich nicht der Typ.


americangirl / Website (27.12.07 17:50)
oh you know, i wasn't joking when i said somebody could come along. but it's just too much of a dare and do for a reality like this. i know ;-). it's a one time - nobody will take it anyways - offer. and i probably made it to hurt myself a little more.

ireland in july was rainstorms and trees as far as i remember...

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